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Buchtipps

Die 4-Stunden-Woche

Er ist nicht nett. Oh nein, er ist überhaupt nicht nett. Er ist das Gegenteil. Nämlich rücksichts- und gnadenlos. „Einfachheit erfordert Rücksichtslosigkeit“, schreibt er. Schnallen Sie sich also an, falls Sie erwägen, Timothy Ferris´ 341-Seiten-Rüttel-und-Schüttelwerk „Die 4-Stunden-Woche“ nicht nur unbeteiligt zu lesen, sondern an sich ran zu lassen. Und auf IHR Leben anzuwenden.

Natürlich, der Autor is´n Ami. Noch dazu Jungspund. Hat grad mal das Twen-Alter hinter sich gelassen. Ich hör´ schon das Geschrei: „Typisch amerikanisch! Der hat doch keine Ahnung! Bei UNS läuft das alles gaaanz anders!“

Nein, es läuft genauso. Jedenfalls in dem zentralen Thema, mit dem der Autor seine Leser immer wieder traktiert: der Angst, der Leere im eigenen Leben zu begegnen. Und der daraus resultierenden Neigung – ja, Sie tippen richtig –, zu a r b e i t e n. Unter anderen zitiert Tim Ferris, fast im Nebenbei, einen gewissen Seneca. Und zwar mit der Erkenntnis, dass die Liebe zur Geschäftigkeit nicht dasselbe sei wie Fleiß. In Mr. Ferris´ Worten: „Einsatz ist oft nichts weiter als eine andere Bezeichnung für sinnlose Arbeit.“

Uff!

Und wofür nun soll sich der gern arbeitende Deutsche, Österreicher, Schweizer oder sonstige Nord-Europäer mit seiner Leere beschäftigen? Den Lohn für die Mühe haben der Autor und sein deutscher Verlag auf die Titelseite gepackt. Als Unterzeile zur bereits genannten 4-Stunden-Woche (ist nicht allein schon das unverschämt?): „MEHR ZEIT, MEHR GELD, MEHR LEBEN“. Tatsächlich, so steht´s da. Auch noch in Versalien.

Der Mann ist aber nicht nur dreist. Er tritt einem zwar kräftig in den Vorgarten, aber das tut er mit Substanz. Er ist den Weg glaubhaft selber gegangen. Seine Vorschläge und Übungen haben Substanz. Und sie sind mit didaktischem Geschick aufgebaut. Ich fühlte mich von der ersten Seite an eingeladen, angeregt, sehr bald begeistert. Trotz aller Konfrontation. Denn man muss ja zwangsläufig hinschauen, wie man arbeitet, was man da so alles tut, wozu das Ganze denn gut ist und wie man es effektiver erledigen könnte.

„Weniger zu arbeiten bedeutet nicht, faul zu sein.“
Das beruhigt dann wieder, nicht wahr?
Dann will ich Ihnen auch nicht die Verheißung vorenthalten:
„Es ist möglich, weniger zu arbeiten und mehr zu leisten.“
Japp, das wissen wir. Just do it.

Zurzeit – das bedeutet nach der Lektüre eines Drittels der „4-Stunden-Woche“ – sieht es so aus, als ob Mr. Ferris eines seiner Anliegen bei mir erreichen sollte: bestimmte Träume nicht länger zu verschieben. Durch das Buch sind mir einige wieder eingefallen. Ideen und Wünsche, die merkwürdigerweise und irgendwie und ich-weiß-auch-nicht-wieso auf der Strecke geblieben sind in all den Jahren. Kennen Sie das? Vielleicht von einem Nachbarn oder so?

-> Timothy Ferris, „Die 4-Stunden-Woche; Mehr Zeit, mehr Geld, mehr Leben“, Econ, 6. Auflage 2008, in Deutschland 16,90 Euro

Was Sie schon immer über Coaching wissen wollten

Der Junfermann Verlag hat eine Lücke geschlossen: mit einem Bändchen, das „Antworten auf 53 wichtige Fragen“ gibt, wie es im Untertitel des Werks heißt. Und zwar Antworten auf Fragen zu der Methode Coaching.

Das ist eine Bereicherung. Denn die knapp 80 Seiten schaffen für Ute Simon-Adorf reichlich Raum, um sich häufig und weniger häufig gestellten Fragen ausführlich zu widmen. Ein hübscher Fundus für Coaching-Interessenten, die sich allgemein und unverbindlich informieren wollen, bevor Sie mit einem Coach Kontakt aufnehmen.

Schon deshalb schätze ich das Buch. Auch wenn ich nicht mit allem übereinstimme, was die Autorin in „Was Sie schon immer über Coaching wissen wollten …“ schreibt. Beispielsweise bin ich mir nicht sicher, ob der ein oder andere der möglichen Beweggründe für ein Coaching, die Simon-Adorf beispielhaft anführt, nicht besser bei einem Therapeuten aufgehoben wäre: „Ich will endlich ´Ich´ sein“, „Ich will meine Ängste besiegen“. Das ist meiner Ansicht nach im Einzelfall sehr genau zu prüfen.

Auch der Kurzausflug in das weite Feld möglicher Coaching-Interventionen könnte bei vorsichtigen Menschen eher Irritation auslösen als beruhigende Aufklärung. Time-Line oder Matrioschka sind nicht unbedingt jedes Coaches bevorzugte Methode – weshalb er sie auch nicht anwendet.

Dennoch überwiegt das Positive. Ganz eindeutig. Denn die Fragen, auf die die Autorin antwortet, sind wichtig, weil sie potenzielle Coachees beschäftigen: Wie finde ich den für mich passenden Coach? Welchen Nutzen hat Coaching für mich? Welche Spielregeln gibt es? Was muss ich wissen oder können? Muss ich alles sagen? Werde ich ein anderer Mensch? Ist der Erfolg messbar? Und die Kosten – rechnet sich das für mich?

-> Ute Simon-Adorf: „Was Sie schon immer über Coaching wissen wollten … – Antworten auf 53 wichtige Fragen“,
Junfermannsche Verlagsbuchhandlung, Paderborn 2008, € 9,95

Marketing  …

... ist ein Thema, das Klein- und Kleinst-Unternehmen häufig sträflich vernachlässigen. Erstens bin ich selber ein solcher Unternehmer und zweitens berate und begleite ich zahlreiche andere in eben diesen Fragen. Der nach meinen Beobachtungen am weitesten verbreitete Grund für nicht stattfindendes Marketing ist – neben fehlendem Gewusst-wie – das nicht vorhandene oder nicht heraus gearbeitete (oder beides?) Profil des Unternehmens. Jene klaren, unmissverständlichen Aussagen, mit denen der Markt sofort weiß, WAS Sie WIE und für WEN mit welchem Hintergrund und Spezialwissen und -können anbieten.

Hätten Sie das vermutet?
Ehrlich?
„Kein Profi(t) ohne Profil” ist der treffsichere Unter(!)titel eines Buches, das Jutta Häuser im Verlag managerSeminare veröffentlich hat (www.managerseminare.de). Als Chefin einer Vermittlungsagentur für Trainer beschäftigt sie sich folgerichtig insbesondere mit dem Trainermarkt. Ihre grundlegenden Erkenntnisse und Tipps in Sachen aussagekräftigem Profil und professioneller Kommunikation desselben haben mich jedenfalls begeistert. Sie lassen sich unschwer auf jede andere Branche übertragen. Der Titel des Buches möge Sie also nicht irritieren, wenn Sie Software-Entwickler oder Friseur oder Heilpraktiker sind, bringen Sie einfach Ihr Marketing auf Trab. Zum Beispiel durch ein Marketing-Coaching mit mir oder durch die Lektüre von

-> Jutta Häuser: „Marketing für Trainer – Kein Profi(t) ohne Profil”, Verlag managerSeminare, Bonn, 2003, € 49,90
Der Preis ist ein echter Wermutstropfen !!


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